| Ötztaler Radmarathon 2004,
Platz 66 Nach meinem Sieg am Nürburgring habe ich mich sehr schnell und sehr gut erholt. Daher entschloss ich mich sehr kurzfristig zu einer Teilname am Ötztaler Radmarathon. Dieser ist mit Sicherheit die traditionsreichste Radmarathon-Veranstaltung in Österreich (Heuer bereits zum 23. Mal!!!), und meine heurige Teilname mit meiner aktuellen Form war mir daher ganz besonders wichtig. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich auch beim Organisator des Ötztalers, Hr. Lorenzi bedanken, der mir wenige Tage vor dem Rennen noch einen Startplatz gab, obwohl der Ötztaler eigentlich schon seit Februar ausgebucht ist. Bei der Organisation meines Startplatzes und bei der Zimmersuche hat mir auch Frau Heike Klotz von der Sölden-Info sehr geholfen – auch dafür herzlichen Dank! Da ich zur Zeit wirklich in Topform bin habe ich mir auch einiges erwartet. In jedem Fall wollte ich meine Bestzeit erheblich verbessern und wenn möglich die Traumgrenze von 8 Stunden unterbieten. Mit so einer Zeit erwartete ich mir eine ähnliche Platzierung, wie im letzten Jahr (20. Platz), vielleicht sogar etwas besser. Mit all diesen Erwartungen stand ich dann am Start. Aber vom ersten Tritt weg merkte ich, dass heuer ganz anders gefahren wird, wie in den letzten Jahren. Anstatt einrollen bis Ötz ging es gleich Vollgas los. Ich war bergab kaum unter 160 Puls, einmal sogar über 180! Dann kam die Abzweigung Richtung Kühtei. Ich fuhr wirklich voll in die Steigung, da ich versuchen wollte, die Spitzengruppe zu halten. Doch selbst deutlich über 180 Puls nützte nichts. Ein ganzer Pulk flog förmlich an mir vorbei. Damit war das Kapitel erste Gruppe abgehakt. Von nun an fuhr ich genau mein Tempo, und das war genau das Richtige. Ich kam super aufs Kühtei, fuhr sehr schnell ab – Spitzengeschwindigkeit 97 km/h! – und hatte danach über den Brenner eine sehr gute Gruppe. Leider hatten meine Betreuer (Mein Freund Gerald Weber und seine Tochter Daniela) Probleme, da sie die Strecke nicht befahren durften. Zum Glück hat mir ein anderer Radfahrer (Jörg-Ingo Schöffel) eine volle Falsche geschenkt, sonst hätte ich bis zum Brenner mit einer halben Flasche fahren müssen. Doch auch eineinhalb Flaschen waren zu wenig, und ich erlitt genau bei Grieß einen klassischen Hungerast. Zum Glück standen meine Betreuer nur wenige Hundert Meter weiter, und ich wurde sofort versorgt. Dadurch erholte ich mich sehr schnell, aber die Gruppe war natürlich weg. So fuhr ich bis Sterzing bei starkem Gegenwind zum Teil alleine, zum Teil mit einem anderen Fahrer, der ebenfalls abgerissen war. Das kostete mir sicher an die 5 Minuten. Den Jaufenpass und das Timmelsjoch bin ich dann wieder ausgezeichnet gefahren. Es hat richtig Spaß gemacht! Meine Verpflegung habe ich mir so nach und nach "zusammengeschnorrt" – eine Falsche Kohlenhydrate von einem italienischen Betreuerfahrzeug, je eine Flasche Cola vom Rennleiter und von einem anderen Betreuerfahrzeug, Wasser von einer Italienerin und vom Kameramann und schließlich Bananen und anderes von den Labestationen. Irgendwie habe ich es geschafft, nie stehen bleiben zu müssen. Vom Timmelsjoch ging es dann wieder mit über 90 km/h Richtung Tal. Über die letzten beiden Gegenanstiege gab ich dann noch einmal so Richtig Gas, bevor ich nach 8 h 2 min 50 sec das Ziel in Sölden erreichte. 500 Meter vor dem Ziel hätte mich um Haaresbreite noch ein Auto abgeschossen. Dieser Wahnsinnige hatte Glück, dass ich ins Ziel wollte, aber auch so musste er sich noch einiges von mir anhören. Doch auch diese Schrecksekunde konnte im Ziel meine Freude über die für mich wirklich ausgezeichnete Leistung nicht mindern. Ich blieb zwar knapp über 8 Stunden, doch ich weiß wo ich diese 3 Minuten liegen ließ. Etwas geschockt hat mich allerdings, dass ich mit dieser Leistung (Schnitt über die 238 km mit 5500 HM fast 30 km/h – um genau zu sein: 29,6 km/h) nur 66. wurde. Da waren also wirklich sehr viele sehr gute Radmarathonfahrer am Start – überwiegend waren Italiener vor mir, aber auch einige Österreicher. Und noch mehr geschockt hat mich die Zeit des Siegers – Mirko Puglioli gewann in 6 h 54 min – Das erste Mal, dass der Ötztlaer Radmarathon unter 7 Stunden bewältigt wurde, und damit natürlich neuer Streckenrekord. Ergebnis-Listen |
| Trattberger Stier 2004, Platz
6 Ich fuhr dieses Rennen am Ende einer sehr harten Trainingswoche in der ich zwar eher kürzere, dafür aber umso intensivere Trainingseinheiten absolvierte. Einmal fuhr ich sogar extrem harte Intervalle. Beim Rennen ging es mir dann eigentlich sehr gut. Im Gegensatz zum Vorjahr konnte ich leider auf der ersten Steigung die Spitzengruppe nicht halten. Es fehlten zwar nur ca. 50 Meter, doch das war schon zu viel. Ich organisierte sofort die Verfolgung, doch die ersten 8 waren zu schnell. Damit blieb mir nichts anderes übrig, als in der zweiten Gruppe selbst sehr viel zu arbeiten und auch die anderen zu motivieren. So fuhr ich mit ca. 20 anderen bis knapp vor der Abzweigung vom Lammertal Richtung Trattberg bei Voglau. Doch noch ca. 100 Meter vor der Kreuzung attackierte ich, um sofort klar zu stellen, dass ich als erster dieser Gruppe am Trattberg sein werde. Zu meiner Verwunderung konnten mir zwei meiner Konkurrenten folgen. Kurzerhand halfen Raimund Reindl aus Obertrum, Johannes Huber aus Rosenheim und ich ein Stück lange zusammen. Dann holten wir nach und nach insgesamt 3 Leute der ersten Gruppe ein, und Raimund fiel etwas zurück. Eigentlich war Johannes am Ende des Rennens deutlich stärker als ich, und er hätte mich leicht abhängen können. Doch er weigerte sich vor mir ins Ziel zu fahren, weil er bis dort hin sehr viel von meinem Einsatz, von meinem Windschatten und von meiner Verpflegung profitiert hatte (Er wollte eigentlich nur die kurze Strecke fahren und hatte daher zu wenig mit). So wurden wir dann halt ex equo Sechste. Ich kann nur sagen: „Dieser Johannes hat wirklich eine Rennfahrer-Ehre, von der sich so mancher „Windschattenlutscher“, der einen dann am Ende nieder sprintet einiges abschauen kann!“ Bedanken möchte ich mich auch noch bei Bernd, der mich ausgezeichnet betreut hat. Ergebnis-Listen |
| RATA 2004, Platz 5
RATA 2004 – Extremradsport
zum genießen!
Liebe Freunde, Kollegen und andere Radsportbegeisterte! Ich fuhr das RATA heuer schon zum dritten Mal. Nach meinem 10. Platz 2002 und dem 7. Platz im Vorjahr strebte ich eine weitere Verbesserung an. Und durch das konsequente Umsetzten meiner Taktik ist mir das auch gelungen. Ich konnte 5. werden, und wenn nicht höhere Gewalt im Spiel gewesen wäre, hätte ich sogar noch ein bis zwei Plätze weiter vorne landen können. Im folgenden Bericht könnt ihr erfahren, wie das gemeint ist. Viel Spass beim lesen!
Mein Betreuerteam (v.l.n.r.):
Claudia Hofer: Meine Freundin war wie üblich während des Rennens die wichtigste Ansprechperson für mich. Sie war hauptsächlich für meine körperliche und seelische Verpflegung zuständig. Martin Grießner: Mich kennt ihr ja inzwischen, oder? Gerald Weber: Gerald fuhr auch heuer wieder als Mechaniker bei mir mit, und wie im letzten Jahr hatte er auch heuer nichts zu tun. Gabriele Hörl: Meine Cousine Gabriele stellte sich heuer sehr spontan für die eher undankbare Aufgabe als Kontrollorgan zur Verfügung. Sie hat aber ein recht angenehmes Team erwischt und war mit großem Eifer bei der Sache. Danke. Elfriede Grießner: Meine Schwester war wieder gemeinsam mit Claudia Chefin im Betreuerfahrzeug. Während des Rennens war sie hauptsächlich für das Gewand zuständig. Daneben half sie noch bei der körperlichen und seelischen Verpflegung und schoss so nebenbei auch noch ein paar ganz tolle Fotos. Sebastian Grießner: Mein Vater war wie üblich als Fahrer des Betreuerfahrzeuges mit dabei. Bei manchen Abfahrten dachte ich mir allerdings, er fährt den Bus nicht, sondern er „fliegt den Bus“, weil er so schnell hinter mir her gerast kam. Ansonsten half Paps noch dort und da mit und ließ sich von Claudia und Elfriede bereitwillig einteilen. Vor dem Rennen: Im Gegensatz zu den letzten Jahren war ich heuer vor dem Start gar nicht nervös. Ich sah dem Rennen schon voller Vorfreude entgegen, da ich wußte, dass ich heuer meine Taktik wie bei der Ultra Radmarathon WM zu 100% umsetzen werde, und dass es mir daher sehr gut gehen wird. Einzig der Mortirolo bereitete mir etwas Kopfzerbrechen... Und wie vor der Ultra Radmarathon WM zwickte mich auch beim Aufwärmen für das RATA ein Zehennagel. Kurz entschlossen griff ich daher 3 Minuten vor dem Start noch einmal zur Nagelschere. Meine Betreuer wurden dabei schon etwas nervös. Der taktische Start: Von Nauders aus ging es zuerst neutralisiert bis auf den Reschenpass. Dort erfolgte der fliegende Start. Bis Prad hinunter blieb das Feld zusammen. Bei starkem Nordwind, der teilweise von der Seite kam war dieser Streckenabschnitt gar nicht so ungefährlich. Gleich zu Beginn der Steigung auf das Stilfser Joch zog sich das Feld dann weit auseinander. Einige flogen wie üblich förmlich in den Anstieg hinein. Ich hingegen fuhr stur nach Puls. Es war zwar hart langsamer zu fahren, wie man eigentlich kann, aber ich wußte, dass sich das früher oder später bezahlt machen würde. In dieser Anfangsphase lag ich irgendwo zwischen Platz 20 und 30. Für die Abfahrt stopfte ich mir Zeitungen unter das Trikot, und fuhr ohne stehen zu bleiben über die Passhöhe. Dadurch überholte ich einige Konkurrenten. Der Gavia verlief wie das Stilfser Joch, nur mit einem kleinen Unterschied: Ich begann Konkurrenten einzuholen und arbeitete mich so Platz für Platz nach vorne. Und wieder ging ich ohne Pause in die Abfahrt. Bald holte ich Dominique Briand ein. Wir arbeiteten gut zusammen und kamen so recht schnell nach Edolo. Am Passo Aprica nütze Dominique leider den Windschatten von zwei Italienern, die nicht zum Rennen gehörten (eigentlich verboten) und konnte mich dadurch etwas distanzieren. Mir war das aber eigentlich gar nicht so unrecht, da ich nun bis zum Fuß des Mortirolo genau mein eigenes Tempo fahren konnte. Mortirolo ohne Einbruch: Am Fuße des Mortirolo legte ich noch eine kurze Pause ein, um unnötiges Gewicht los zu werden (Reserveschlauch, Handy, Helm ...). Ich zog mir ein frisches Trikot an und sagte zu meinen Betreuern, dass sich jetzt zeigen wird, ob ich vorsichtig genug begonnen habe. Und es hat gepasst! Ich fuhr den Mortirolo ohne Probleme in 1 h und 11 min. Oben war ich aber trotzdem ziemlich groggy und verwünschte den Typen, der diese Straße mit einer Durchschnittssteigung von 15% und mit Rampen von über 23% Steigung geplant und gebaut hat. Nach einer kurzen Pause mit Kleidungswechsel, aber ohne etwas zu essen machte ich mich wieder auf den Weg. Ich brauchte den ganzen Passo Aprica, um mich wieder komplett zu erholen. ![]() Dann zündete ich den Turbo: Oben am Passo Aprica aß ich dann eine ordentliche Portion „Pasta con Pomodoro“. Nudeln und Tomatensauce mit Basilikum waren natürlich echt italienisch von Barilla bzw. von Claudia und Elfriede frisch zubereitet. Und die wirkten wie ein Turbo. Ich zog den Berninapass hinauf wie mit einem Moped. Dabei überholte ich immerhin 7 Konkurrenten, die allesamt ziemlich blass wurden, als ich von hinten auftauchte und nur wenige Augenblicke später vorne im Dunkeln wieder verschwand. Einzig der Italiener Alesandro Forni konnte meinem Tempo folgen. Gemeinsam fuhren wir bis zu Albulapass, und dort ging es in der selben Tonart weiter. Oben angekommen lag ich an der 3. Position! Nur Paul Lindner und Valentin Zeller waren noch vor mir. Vernunft vor Risiko: Oben am Albulapass begann es dann zu Regnen. Das alleine war eigentlich kein Problem. Doch leider war es nicht nur stockdunkel, sondern auch sehr neblig. Man sah bei der Abfahrt keine 5 Meter weit. Da war es mir zu gefährlich schnell zu fahren, und ich ging im Gegensatz zu einigen Konkurrenten (u. a. Forni und Briand), die im Blindflug ins Tal rasten, kein Risiko ein. Dadurch verlor ich einiges an Zeit und auch 4 Plätze. Ich lag also wieder auf dem 7. Platz. Am Weg nach Davos konnte ich den ersten allerdings schon wieder einholen, und Alessandro Forni überholte ich knapp vor der Passhöhe des Flüelapasses. Bergab war es dann so kalt, dass ich zwei mal zum Umziehen stehen bleiben musste. Beim ersten mal zog ich nur trockenes Gewand an. Beim zweiten mal folgte die Daunenjacke – aerodynamisch der absolute Wahnsinn, aber Temperaturtechnisch ein Genuss! Durch die zwei Pausen konnte mich aber Forni wieder überholen. Ich dachte schon der junge Hupfer (er ist 10 Jahre jünger als ich) hat wohl gar keinen Respekt vor meiner Erfahrung als Extremradsportler! Doch am Ofenpass überholte ich ihn wieder, und dort sah er gar nicht mehr gut aus – er kam schließlich doch deutlich nach mir als 10. in‘s Ziel. Ich hingegen orientierte mich weiter nach vorne, da mir meine Betreuer mitteilten, dass Paul Lindner unmittelbar bevor ich am Ofenpass ankam dort weggefahren war. Ich hatte also auf den letzen 3 Bergen fast 30 Minuten auf Pauli aufgeholt, und ich war überzeugt, dass ich ihn mir am letzten Berg, dem Umbrail Pass, holen werde. Doch leider kam es anders. Auf Grund starken Schneefalls wurde die Strecke verkürzt. Der Umbrailpass brauchte nicht mehr bewältigt zu werden und Pauli gab bergab nach Prad und dann über den Reschenpass nach Nauders dermaßen Gas, dass ich keine Chance mehr hatte, ihn einzuholen. Daher kam ich nach 22 h 12 min und 10 sec glücklich und zufrieden als 5. In Nauders an. Ich habe in dieser Zeit ziemlich exakt 500 km mit 12666 HM (Laut meinem HAC4) absolviert und war im Ziel eigentlich noch relativ locker und zum Scherzen aufgelegt! Der Sieger: Gewonnen hat das RATA 2004 der aus Bad Ischl stammende Oberösterreicher Valentin Zeller. Er ist seit einem Jahr Profi, und in seiner derzeitigen Form ist Valentin zur Zeit mit Sicherheit der zweitbeste Extremradsportler Österreichs. Einzig Wolfgang Fasching ist wohl noch ein Stück besser als er. Ergebnisliste:
Mein Resümè: Das RATA 2004 war für mich wirklich ein Extremradrennen zum genießen. Ich hatte keinen einzigen Durchhänger und fühlte mich vom Anfang bis zum Ende sehr gut. Auch die Nahrungszufuhr hat wieder super geklappt. Mein Magen verträgt diese Mischung aus Nudeln, Reisauflauf, Riegeln und Kohlenhydratgetränk viel besser als nur flüssige Kohlenhydrate. Einzig meine Lendenwirbelsäule machte mir diesmal einige Probleme, da ich vergessen habe, meinen Lenker vor dieser Tour höher zu stellen. Doch dank meiner Freundin, die mich gleich nach der Zieldurchfahrt ordentlich massiert hat, habe ich schon am nächsten Tag nichts mehr von diesen Problemen gespürt. Mit meiner Plazierung bin ich auch sehr zufrieden, obwohl ich mir sicher bin, dass ich auf der Originalstrecke zumindest einen Platz weiter vorne gelandet wäre. Doch nach Platz 10 (2002), Platz 7 im Vorjahr und dem heurigen 5. Platz ist das Ziel für 2005 doch klar: Ein Platz unter den Top 3! |
| Glockner-Man 2004, Platz 3 Ultra Marathon Weltmeisterschaft 2004 Ein nahezu perfektes Rennen – 3. Platz Liebe Freunde, Kollegen, Sponsoren und andere Radsportbegeisterte! In den letzten Jahren habe ich durch meine Plazierungen beim RATA (10. Platz 2002, 7. Platz 2003) schon angedeutet, welches Potential in mir steckt. Gleichzeitig habe ich bei meinen zwei RATA-Teilnahmen und dem leider misslungenen 24h-Weltrekordversuch schon einiges an Erfahrung in Sachen Extremradsport sammeln können. Doch leider kämpfte ich immer wieder mit dem selben Problemen: Meist war ich in der Anfangsphase zu schnell unterwegs (nicht viel, aber doch) und außerdem spielte früher oder später mein Magen verrückt. Um diese Probleme in den Griff zu bekommen setzte ich heuer zwei Maßnamen: Als Erstes stellte ich meine Ernährung während des Rennens komplett um – mehr feste Nahrung statt nur flüssige Kohlenhydrate. Außerdem nahm ich mir fest vor, vor allem am Anfang wirklich zu 100% nach Puls zu fahren, und nicht nur zu 95%. Wie positiv sich diese beiden Maßnahmen auf meine Leistung und den Rennverlauf auswirkten, könnt ihr im folgenden Bericht lesen. Viel Spass! Vorbereitung: Wie ich schon in meinem Vorbericht ausführlich geschrieben habe, ist die Vorbereitung heuer nicht so reibungslos verlaufen, wie in den letzten beiden Jahren – Angina im Jänner, wenig Zeit im Februar, Sauwetter im März, Sturz im Mai – da kam einiges zusammen. So war es auch nicht verwunderlich, dass ich beim Lactattest bei Frau Dr. Ledl einige Tage vor der WM nicht ganz an meine Werte des Vorjahres herankam. Interessant war allerdings, dass ich in den letzten Jahren immer Wahnsinnswerte bei den Tests erreichte, diese aber weder im Training, noch im Rennen umsetzten konnte. Heuer spiegelten meine Testwerte hingegen exakt das wieder, was ich im Training an Leistungen brachte. Außerdem kann man mit einem Stufentest keine 100%igen Aussagen über die wirkliche Ausdauer treffen. Von meinen langen Trainningstouren (egal ob flach oder über viele Berge) wußte ich jedoch, dass ich in Sachen Ausdauer und Kraftausdauer auf einem von mir noch nie erreichten Niveau war. Das machte mich für das Rennen sehr zuversichtlich. ![]() Mein Betreuerteam (v.l.n.r.): Auch heuer konnte ich mich wieder auf mein bewährtes „Familienteam“ verlassen: Sebastian Grießner: Mein Vater unterstützte mich auch heuer wieder bei meinem Vorhaben nicht nur finanziell, sondern war auch beim Rennen und in der Vorbereitung sehr wichtig. Er begleitete mich bei der Streckenbesichtigung 3 Wochen vor dem Rennen, fungierte als Betreuer bei einem Vorbereitungsrennen und hatte während des Rennens die Aufgabe des Fahrers und des Teamleiters. Bernd Gerstenecker: Der Freund meiner Schwester war auch in den stressigeren Situationen immer ein ruhender Pol und „Mädchen für alles“. Daneben war er für die Dokumentation verantwortlich. Elfriede Grießner: Meine Schwester kümmert sich nach wie vor um meine Homepage. Sie ist also mitverantwortlich dafür, dass ihr so viel über mein Innenleben während meiner Radrennen nachlesen könnt. Außerdem hat sie mir wieder beim Design unserer Team- und meiner Radleiberl geholfen. Während des Rennens war sie hauptsächlich für das Gewand und gemeinsam mit Claudia für die Ernährung zuständig. Daneben hat sie noch einige ganz tolle Szenen gefilmt. Claudia Hofer: Meine Freundin war mit 110%igem Einsatz bei diesem Rennen dabei – davor, während dessen und danach – das hat mir wirklich sehr viel Kraft gegeben. Während des Rennens war Claudia die wichtigste Ansprechperson für mich. Sie war hauptsächlich für meine körperliche und seelische Verpflegung, und gemeinsam mit Elfriede für das Gewand zuständig. Außerdem schoss sie noch ein paar sehr tolle Fotos. Martin Grießner: Das bin ich, der verrückte Radfahrer mit seiner Rennmaschine, dem 7,5 kg schweren „black magic“ CAAD 7 von Cannondale. Die letzten Vorbereitungen: Ich fuhr die ca. 10 km von unserer Pension bis zum Start mit dem Rad. Dabei überholte ich einen Trauerzug. Ich überlegte mir, ob das jetzt wohl ein gutes, oder ein schlechtes Omen für das Rennen ist. Bald danach fiel mir auf, dass mein rechter großer Zehennagel beim Treten schmerzte. Kurz entschlossen schnitt ich mir wenige Minuten vor dem Start noch die Zehennägel. Danach setzte ich mich in den Schatten. Ich war eigentlich kaum nervös und erschien exakt um 11:59 Uhr beim Start. Dort unterhielt ich mich noch ein wenig mit Daniel Wyss, bevor es um 12:01 Uhr los ging. Der „disziplinierte“ Start: Die ersten 20 km wurden neutral hinter einem Vorausfahrzeug in einem recht gemütlichen Tempo gefahren. In dieser Phase habe ich noch mit einigen Fahrern gesprochen. Der Italiener Alessandro Forni erkundigte sich bei mir, ob es für jede Klasse extra Preisgeld gibt, oder nur für die Gesamtwertung, und ob der Sieger ein „Regenbogetrikot“ bekommt. Doch Darüber hatte ich mir wirklich noch keine Gedanken gemacht. Dann wurde das Rennen frei gegeben, und es ging in die erste Steigung (Kitzeck). Zuerst führte ich das Feld an. Doch bald schossen die ersten an mir vorbei. Ich sagte nur: „Fahrt’s nur Burschen. Ich warte euch dann in Graz.“ und konzentrierte mich auf meinen Puls. Einer fragte mich noch, ob ich leicht umkehren möchte. Ich lächelte nur, und zwei Berge weiter wusste er, wie ich den Satz gemeint hatte. Oben in Kitzeck kam ich als 16. an. In der Abfahrt holte ich dann 3 Leute ein und die Zusammenarbeit funktionierte sofort. Das war wichtig, weil auf den kommenden flachen 30 km starker Gegenwind herrschte. In Eibiswald am Fuße der Soboth setzte ich mich dann ab. Bald holte ich Thomas Stindl ein. Er versuchte mit mir mit zu fahren, aber er registrierte schnell genug, dass ich ihm zu schnell war. Am Schluss wurde „Turbo Tom“ ausgezeichneter Sechster. 700 km alleine unterwegs: Zu diesem Zeitpunkt wusste ich es ja noch nicht, aber in Eibiswald begann für mich eine 700 km lange Solofahrt. Auf dem Flachstück zwischen Soboth und Schaidasattel lag ich nur wenige hundert Meter hinter einer 6 bis 7 Mann starken Gruppe auf dem 12. Platz. Ich konnte zwar nicht aufschließen, der Rückstand wurde aber auch nicht größer. Am Fuße des Schaidasattels machten dann 6 Leute dieser Gruppe gemeinsam Pinkelpause. Ich schoss wie eine Rakete vorbei. Die haben ganz schön geschreckt geschaut. Nur Alexander Gepp warf sich sofort auf sein Rad und schloss zu mir auf. Wir wechselten ein paar Worte bevor er wieder abriss. Ich dachte mir nur: „Wenn die alle schon so fertig sind wie Alexander, dann holt mich von denen keiner mehr ein.“ Etwas weiter oben überholte ich dann noch den Tschechen Patrik Bartik. Somit war ich auf dem Schaidasattel schon Vierter. Weiter ging es nun über Ferlach und durch das Rosental, bei Villach vorbei nach Spital und weiter nach Winklern. Zwischen Spital und Winklern schloss Manfred Guthadt zu mir auf. Wir fuhren ca. 15 km gemeinsam bevor er sich wieder nach hinten verabschiedete. Ich habe aber ganz schön gestaunt, dass ausgerechnet er, und keiner von den jungen von hinten kam. Immerhin ist Manfred schon 60! Leider konnte er das Rennen aber nicht beenden. Bis Winklern (Rennkilometer 315) fuhr ich mit einem Schnitt von über 31 km/h! Doch jetzt kamen die nächsten Berge, und es war schon finster. Ich fuhr die erste Runde über Iselsberg, Felbertauern und Glockner eigentlich sehr gut und konstant. Ich merkte aber, dass der Körper auf Nachtruhe eingestellt war. Daher kam mir der Iselesberg auch etwas zäh vor. Der Felbertauern ging dann ganz gut. Nur bergab hatte ich einige bange Momente. Ich wechselte oben schon auf mein Zeitfahrrad. Bei der Abfahrt war mir dann ziemlich kalt, und mein zittern bzw. die Verkrampfung in meinen Schultern übertrug sich auf das Rad. Der Rahmen fing an extrem zu schwingen. Ich konnte nur mit viel Glück einen extremen Abflug verhindern, und Gott sei dank war kein Gegenverkehr unterwegs, denn es hat mich komplett auf die linke Straßenseite verschlagen. Dann ging es quer durchden Pinzgau, und in Lengdorf wartete mein „Fanklub“. Einige Verwandte und Bekannte feuerten mich an. Außerdem bekam ich warme Nudeln, die ich während der Fahrt mit Genuss aß. Kurz vor Bruck an der Glocknerstraße überholte ich Alessandro Forni. Er stieg gerade für eine Pause vom Rad, und das sah nicht mehr sehr elegant aus. Ich hingegen fühlte mich noch richtig frisch, und fuhr den Glockner in der Nacht in 1 h 20 min (Ferleiten bis Fuschertörl). Nach 430 km gar keine so schlechte Zeit. Toll war auch, dass es bei der Auffahrt zum Glockner mit der Zeit wieder hell wurde. Zuerst begann es ganz leicht zu dämmern, und als ich beim Hochtor war, war es gerade so hell, dass ich für die Abfahrt kein Licht mehr brauchte. Als ich nach der ersten Runde wieder nach Winklern kam sah ich ganz sehnsüchtig ins Mölltal hinunter, und dachte bei mir, dass das eigentlich der Weg nach Graz wäre. Ich musste aber gerade aus, und noch eine Runde über Iseleberg, Felbertauern und Glockner hinter mich bringen. Am Iselsberg ging es mir aber viel besser, wie in der Nacht, und meine Gedanken drehten sich um. Ich registrierte, dass ich die Hälfte schon hinter mir habe, und mich so gesehen eigentlich eh schon auf dem „Heimweg“ nach Graz befinde. So ging es weiter über den Felbertauern. Im Pinzgau erwartete mich wieder mein „Fanklub“. Diesmal waren auch meine Söhne Maximilian und Tobias dabei. Außerdem bekam ich wieder warme Nudeln – einfach köstlich. Ein Stück weiter wartete mein Freund und Trainingspartner Franz Gmachl auf mich. Er teilte mir mit, dass ich ca. 70 min hinter dem Dritten liege, und begleitete mich mit dem Rad auf den Glockner. Das war wirklich toll, und ich konnte den Glockner nach nunmehr schon über 600 km in 1 h 19 min fahren. Außerdem erfuhr ich, dass der vor mir liegende in großen Schwierigkeiten war. Das gab mir noch zusätzliche Energie. Beim Hochtor hatte ich nur noch 20 min Rückstand auf ihn. ![]() Mein zweiter Schatten: Dann ging es wieder über Heiligenblut nach Winklern hinunter. Jetzt durfte ich das Mölltal hinaus fahren! Ca. 70 km flach bis leicht bergab lagen vor mir. In dieser Phase brachte uns dann die Rennleitung zur Rage, da es eine Streckenänderung gab, die es dann aber doch nicht gab, weil sich jeder aussuchen durfte, ob er die Originalstrecke über zwei noch nicht freigegebene Brücken, oder die um 13 km längere Umleitungsstrecke fuhr. Ich entschied mich natürlich für die Originalstrecke. Kurz vor Spital hatte ich dann noch eine ganz tolle Begegnung mit einem Autofahrer. Dieser wollte mich davon überzeugen, dass ich auf dem Radweg fahren muss indem er ca. 3 m vor mir an den rechten Rand fuhr, und dann bremste. Wohl gemerkt, ich lag gerade auf dem Zeitfahrlenker und konnte nur um Haaresbreite einen Auffahrunfall vermeiden. Nachdem ich ihm verbal ziemlich laut deutlich machte, was für ein Vollidiot er ist, und dass mit mir nicht zu spaßen ist, machte er sich aus dem Staub. Seit also gewarnt, wenn ihr im Raum Spital einen schwarzen BMW mit dem Wunschkennzeichen „BULLI“ seht. Der Fahrer ist gemeingefährlich! Bald darauf traf ich dann auf meinen zweiten Schatten mit Namen Gernot Turnowsky. Er lag nämlich am 3. Platz, und ich hatte ihn knapp vor Spital überholt ohne es zu merken. Als ich nach Spital auf mein Cannondale wechselte schloss er wieder zu mir auf. Er fragte mich zwar ob wir ein Stück gemeinsam fahren, tat aber nichts für unser Tempo. Bei der nächsten Steigung zu Windischen Höhe versuchte ich dann, ihn abzuhängen. Er blieb aber dran. Kaum waren wir wieder unten tat er wieder nichts fürs Tempo. Irgendwann wurde es mir zu bunt, und ich schnauzte ihn an, dass er endlich ordentlich fahren soll. Daraufhin schlug er so ein Wahnsinnstempo an, dass ich mir dachte: „Das bringt ja auch nichts, wenn wir uns jetzt totfahren, und dann die Soboth nicht mehr hinaufkommen. Daher drosselte ich das Tempo, und wir beschlossen gemeinsam bis nach Graz zu fahren. Das sah aber nach wie vor so aus, dass ich für das Tempo sorgte, und sobald er vorne war wurde gebummelt. Außerdem störten dieser Typ und seine Betreuer die Kommunikation zwischen meinem Team und mir, die bis zu diesem Zeitpunkt so toll funktioniert hatte. Als ich in Abtei dann für eine kurze WC-Pause im Gebüsch verschwand bemerkte ich auch noch, dass mein rechtes Knie stark angeschwollen war, und schmerzte. Daher störte es mich auch nicht, dass wir bald darauf in ein starkes Gewitter kamen. Der Regen tat mir sogar eher gut, da mein Knie dadurch gekühlt wurde. ![]() Showdown auf der Soboth: So ging es dann in den letzen langen Anstieg. Ich schlug unten gleich ein ordentliches Tempo an, aber mein Konkurrent konnte mir folgen. Dann fuhr ich langsamer, und wir bummelten wieder. Dann fuhr ich wieder schneller, und er hing dran wie eine Klette. Im Schatten, den wir durch die Autoscheinwerfer warfen sah ich, dass er immer genau das tat, was ich tat. Wenn ich stand, stand auch er, wenn ich im sitzen fuhr, dann saß auch er, wenn ich schaltete, dann ... ihr wisst schon. Mir kam vor, der Typ fährt mit meiner Kraft, und saugt mir die Energie ab. Dann platzte mir der Kragen. Ich schrie ihn an, dass sein Fahrstil ziemlich unfair ist, und dass ich entweder vor oder hinter ihm ins Ziel fahren werde, aber sicher nicht mit ihm. Er war so geschockt, dass er einige Meter zurück viel, und ich fuhr so schnell, wie ich halt noch konnte, und das war gar nicht so schwach. Aber leider konnte ich ihn nicht weit genug abhängen. Oben blieb ich kurz stehen, um mich für die Abfahrt umzuziehen. Turnowsky fuhr mit kurzer Hose und kurzem Trikot vorbei, und kam fast unglaublich schnell nach Graz. Er brauchte für die 85 km von der Soboth bis nach Graz weniger als 3 Stunden, und das nach über 900 schon gefahrenen Kilometern. Zum Vergleich: die beiden Sieger brauchten für den selben Streckenabschnitt ca. 30 Minuten länger... Unser Freund „Manfred“: Wie erwähnt, ich zog mich vor der Abfahrt um, und fuhr dann alleine von der Soboth hinunter nach Eibiswald. Von dort ging es leicht hügelig bis zum Fuße des letzten Anstiegs nach Kitzeck. Kurz vor der Abzweigung auf diesen Weinberg blieb ich bei einer ÖMV-Tankstelle stehen, um mich der Überkleidung wieder zu entledigen. Ich lehnte mein Rad gegen eine Zapfsäule, und drehte mich zu meinen Betreuern um. Plötzlich erschrak ich, weil da noch eine weitere Person stand. Nach der Schrecksekunde erkannte ich, dass es sich bei der fremden Person nur um eine dieser Pappfiguren von Manfred Stohl handelte. Ich sagte zu Bernd, dass ich jetzt schon dachte, dass da drüben wer steht. Daraufhin drehte er sich um und bekam einen halben Herzinfarkt. Für ihn hatte unser Freund Manfred auch sehr echt gewirkt. Wie man sieht haben wir uns aber am nächsten Tag wieder mit ihm versöhnt. ![]() Odysse und Radwurf in Kitzeck: Dann ging es also in die wirklich letzte Steigung. Noch einmal ziemlich steil (bis 17%), doch es ging mir sehr gut, und ich fuhr ein konstant hohes Tempo. Nach der Hauptsteigung folgten noch einige kleinere Steigungen auf sehr engen Straßen. Ich kannte die Strecke vom Training und wußte daher, was da noch auf mich zu kam. Irgendwo haben wir uns dann aber leider verfahren, und es tauchte eine Steigung mehr auf als geplant. Ich dachte mir noch nicht sehr viel und fuhr weiter. Bald darauf kam die nächste Zusatzsteigung. Ich fing zu fluchen an, weil ich mir sicher war, dass ich mich verfahren hatte und fuhr Vollgas drüber. Dann ging es bergab, und ich dachte mir: „OK, das war vielleicht ein kleiner Umweg, aber jetzt geht es runter von diesem Weinberg und dann flach bis Graz.“ Doch wenige hundert Meter weiter tauchte plötzlich eine Rampe mit über 10% Steigung vor mir auf. Da zuckte ich endgültig aus, begann noch lauter zu schimpfen, warf mein Rad in den Wald (nicht nur sprichwörtlich, sondern wirklich!) und brüllte mein Team an, dass sie mir endlich sagen sollen, wie ich von diesem verdammten Weinberg runter komme. Ich setzte mich auf die Straße, und drohte damit hier aufzugeben. Meine Freundin telefonierte mit der Rennleitung, doch die konnten uns auch nicht weiter helfen. Nach einigen Minuten kam wie durch ein Wunder ein Einheimischer daher, der uns den Weg erklären konnte. Widerwillig setzte ich mich wieder auf mein Rad, das Elfriede inzwischen aus einem Gebüsch geborgen, und von den Ästen befreit hatte. Claudia und Elfriede überzeugten mich indem sie mir klar machten, welche Leistung ich vollbracht habe, und dass es hier auch um ihre Leistung geht, die ich mit einer Aufgabe aus Trotz zerstören würde. Die letzten ca. 25 km fuhr ich trotzdem bei leichtem Regen stinksauer und ohne etwas zu essen, zu trinken, oder mit meinem Team zu reden mit nur noch ca. 20 km/h bis ins Ziel. Dort meldete ich mich und stieg ins Auto. Freude mit Verzögerung: Doch schon nach wenigen Minuten kam die Freude immer mehr zum Vorschein. Mein Team und ich hatten ja wirklich eine großartige Leistung vollbracht. Ich entschuldigte mich bei meinen Betreuern, dass ich mich so aufgeführt hatte. Sie haben sich auf diesem Weinberg halt genau so wenig ausgekannt, wie ich. Das war vielleicht ein kleiner Fehler, aber die restliche Zeit (immerhin fast 41 Stunden!) dieses Rennens hatte ich die beste Unterstützung, die man sich nur vorstellen kann. Claudia und Elfriede blieben überhaupt die gesamte Zeit bei mir, während mein Vater und Bernd dazwischen zumindest ein paar Stunden Schlaf in Winklern genossen. Ich bekam drei mal warme Nudeln, wurde etliche male aus-, um- oder angezogen, und bekam dabei immer genau das Gewand, das ich mir gerade wünschte. Die Versorgung mir flüssigen Kohlehydraten und mit Wasser zum Kühlen funktionierte einwandfrei, und auch für meine Seele wurde mit Streicheleinheiten, netten Worten und Gesten immer wieder etwas positives getan. Außerdem hätte ich ohne mein Team in Kitzeck nicht gewusst, ob da wirklich ein weißer Hase neben der Straße war, oder ob ich nach zwei Nächten ohne Schlaf schon Halluzinationen habe. Ich bin jedenfalls überzeugt, dass ich die besten Betreuer der Welt habe! Nochmals Danke dafür! Ergebnisliste:
Die Sieger: Daniel Wyss (m.) und Valentin Zeller (li.) haben das Rennen ex equo gewonnen. Sie sind eigentlich vom Start bis ins Ziel gemeinsam gefahren, und haben mir erzählt, dass sie ab dem Moment sehr gut zusammen gearbeitete haben, als sie endlich Gernot Turnowsky los geworden sind. Dieser hat sich anscheinend bei ihnen auch nur angehängt, und selbst nicht für die Gruppe gearbeitet. Interessant ist auch, dass sie ihn am Felbertauern schon um mehr als 20 Minuten abgehängt hatten, er sie aber oben während einer nur 5minütigen Umziehpause schon wieder eingeholt hat... Mein Resümè: Dieses Rennen war ein riesiger Schritt vorwärts für mich. Zum ersten Mal hielt ich mich wirklich zu 100% an meine Taktik und ebenfalls zum ersten Mal hatte ich keine Magenprobleme. Ich hatte nach 800 km noch immer ein Gefühl in den Beinen, als ob ich gerade erst auf das Rad gestiegen wäre. Sicher war ich schon etwas langsamer unterwegs, aber das Gefühl und die Leistung waren sensationell. Außerdem habe ich mit Platz 3 in meiner Klasse und dem 4. Gesamtrang wirklich mein Traumziel erreicht. Ich hätte zwar leicht noch jeweils einen Platz weiter vorne landen können, aber das war nur zum Teil meine bzw. unsere Schuld. Ich bin jedenfalls voll und ganz mit dem Erreichten zufrieden. Mein Knie ist auch schon wieder abgeschwollen, und ich bin heute (3 Tage nach dem Rennen) schon wieder ohne irgend welche Probleme 60 km regenerativ mit dem Rennrad unterwegs gewesen. Bis zum RATA in drei Wochen werde ich sicher wieder in Hochform sein, und wenn alles glatt läuft, kann ich dort auch ganz vorne mitfahren. Auf dem Siegerpodest zu stehen ist wirklich lustig. Da bekommt man gleich Lust auf mehr... Und übrigens: Mein Vater hat angeregt, dass wir zu meinen weiteren Extremradrennen immer ein eigenes „Wurfrad“ mitnehmen sollten – nur für den Fall des Falles. |
| Glocknerkönig 200, Platz
45 Gestern fand mein letzter Vorbereitungswettkampf vor dem Glocknerman statt. Ich fühlte mich vor dem Start sehr gut in Form, und habe mir daher einiges von diesem Rennen erwartet. Mein Ziel war es, meine Glockner- Bestzeit (knapp unter einer Stunde) zu verbessern und zum zweiten mal von Ferleiten bis zum Fuschertärl unter einer Stunde zu bleiben. Ich war mir sicher, dass ich das drauf habe. Doch leider kam es anders. Ich konnte nicht richtig drüber gehen, und so brauchte ich über 1 h und 2 min. Es hatte zwar die letzten 700 HM bei 2–3°C geschneit, und davor schon geregnet. Trotzdem war ich im Ziel ganz schön angefressen, weil ich mein Ziel nicht erreicht hatte. Zum Vergleich: Vor einer Woche bin ich von Salzburg aus auf den Glockner gefahren. Nach 100 km Aufwärmen mit einem Schnitt von über 33 km/h brauchte ich für die selbe Strecke 1h 4 min. Anscheinend bin ich durch meine vielen langen Trainingseinheiten und auch die mentale Vorbereitung auf den Glocknerman schon so auf lange Strecken und Krafteinteilung programmiert, dass ich mich an einem Berg gar nicht mehr voll verausgaben kann. Ich hatte auch im Ziel nicht das Gefühl, wirklich ein Rennen gefahren zu sein. Jedenfalls bin ich heute 315 km mit einem Schnitt von 31,6 km/h gefahren. Das kann ich also, und vom gestrigen Glockner habe ich eigentlich nichts gespürt. Mein Fazit ist daher: Der Glocknerman kann kommen! Vielleicht fahre ich ja dort den Glockner nach 430 bzw. 600 km unter einer Stunde... Ergebnis-Listen |
| Amadè Radmarathon Radstadt
2004, Platz 35 Der Wetterbericht vor diesem Rennen war ja schon sehr verheißungsvoll: Kälte und Schneefall bis auf 1100m herunter. Aber ich dachte mir, so schlimm wird es ja wohl nicht werden. Beim Start traf ich dann Andrea Clavadetscher (RAAM-Sieger 2001, Dritter beim RATA 2004 und Zweiter beim XXAlps 2004). Es tat sehr gut, unter all den Beißern, Reißern und Sprintern eine verwandte Seele zu treffen bzw. mit einem Gleichgesinnten reden zu können. Dann ging es los. Ich war voll motiviert, und fuhr mit der Spitze in den ersten Berg. Ich blieb sogar sehr lange vorne dran und hatte in Forstau nur ca. 100m Rückstand auf die Schnellsten. Doch eigentlich war mir das Tempo viel zu hoch. Nach dieser Laktat-Spitze beschloss ich den zweiten Berg ruhiger anzugehen. Dadurch fiel ich kurzfristig sogar hinter die zweite Gruppe zurück. Doch dann hatte ich meinen Rhythmus gefunden und fuhr sukzessive wieder nach vorne. In der Ramsau (bei 3°C und Schneefall) war ich dann gemeinsam mit Clavi an der Spitze der zweiten Gruppe. Leider lief in unserer Gruppe nichts zusammen, und so wurde es eine relativ gemütliche Fahrt bis St. Johann. Einzig der eiskalte Regen in Annaberg ging durch und durch. Im Salzachtal hat uns sogar eine Gruppe von hinten eingeholt, weil wir so bummelten. Auf der Steigung gleich nach St. Johann startete ich dann eine Attacke, wurde aber wieder eingeholt. Zumindest unsere Gruppe hatte sich dadurch einigermaßen verkleinert. Bei der Kontrollstelle beim Jägersee (wiederum Schneefall!) hat mich dann einer so geschnitten, dass ich fast stehen bleiben musste. Dadurch konnte ich auch der Attacke von Clavi nicht folgen, der von dort weg alleine nach Radstadt fuhr und 14. wurde. Ich musste sogar kämpfen, um den Anschluss an meine Gruppe nicht zu verpassen. Zwischen Wagrain und Radstadt versuchte ich dann noch ein paar mal weg zu kommen - leider erfolglos. In meiner Gruppe ging es schließlich um die Plätze 15 bis 35 und dank meiner überragenden Sprinter-Qualitäten wurde ich natürlich 35. Ach übrigens: In Radstadt hat es bei immerhin 5°C auch geschneit. Was mich sehr positiv stimmt ist die Tatsache, dass ich im Ziel nicht das Gefühl hatte, ein Rennen gefahren zu sein, und auch beim Training am Montag habe ich von diesem Radmarathon nicht viel gespürt - also entweder habe ich vom Amadè-RM nur geträumt, oder ich nähere mich schön langsam meiner RATA-Form... Ergebnis-Listen |
| Eybl-Radmarathon 2004, DNF
Die Eröffnung meiner Rennsaison fand heuer nicht, wie in den letzten Jahren im Burgenland statt, sondern beim Eybl-Radmarathon in Salzburg. Und wie jedes Jahr stellte ich mir auch heuer wieder die Frage, warum ich an so einem kurzen Rennen überhaupt teilnehme, und das noch dazu bei Regenwetter. Andererseits freute ich mich schon darauf endlich wieder einmal Rennluft zu schnuppern. Wir fuhren neutralisiert bis Hallein, und dann noch gemeinsam bis zur Abzweigung nach Krispl. Dort flogen wie üblich ca. 50 bis 60 Fahrer wie Mopeds an mir vorbei. Ich musste lächeln, weil ich wusste, dass sich das bei den meisten nie und nimmer bis oben in diesem Tempo ausgehen wird. Außerdem fand ich relativ schnell zu meinem Rhythmus und arbeitete mich nach und nach wieder weiter nach vor. In Krispl war ich nicht einmal 2 Minuten hinter Paul Lindner (2003 waren es an der selben Stelle fast 5 Minuten!). Und das, obwohl ich vom Montag bis Samstag fast 1100 Trainings-km abgespult hatte. Danach bin ich in der zweiten Gruppe sehr aktiv gefahren, und hatte kein Problem über die Hügel, die zum Teil sehr scharf gefahren wurden, mitzukommmen. Ich fühlte mich sehr gut, und freute mich schon auf die Selektion an der letzten Steigung, als mich bei Rennkilometer 90 einer ganz unsanft vom Rad geholt hat. Ich habe mit 45 km/h den Asphalt geküsst. Daher ist jetzt meine linke Seite (Schulter, Ellenbogen und Hüfte) ziemlich ramponiert. Gott sei Dank ist nichts gebrochen. Daher hoffe ich, dass ich übermorgen wieder auf dem Rad sitzen kann. Mein Fazit: Der Aufbau passt, und zwei bis drei Tage Pause werden mir auch nicht schaden. Ergebnis-Listen |
Ötztaler Radmarathon 2003,
Platz 20 Eigentlich sollte ich das gar nicht bekannt geben, aber ich habe mir für den Ötztaler Radmarathon genau so ein Sauwetter gewünscht, wie wir es schlussendlich auch hatten. Das kam daher, dass ich beim RATA sehr unter der Hitze zu leiden hatte, und bei meinem Weltrekordversuch bin ich ja regelrecht abgebrannt. Daher freute ich mich über die niedrigen Temperaturen und den Regen. Außerdem war ich noch sehr gut in Form, und ich dachte mir, dass ich bei schlechtem Wetter sicher bessere Chancen gegen die italienischen Profis haben würde. Mit diesem Selbstvertrauen fuhr ich dann auch als Führender in den ersten Anstieg. Als die Italiener wie die "Mopeds" an mir vorbeischossen war mir sofort klar, dass ich dieses Tempo nicht mit gehen kann bzw. darf. Daher konzentrierte ich mich ab diesem Zeitpunkt nur noch auf meinen Körper und fuhr exakt mein Tempo. Am Kühtei verlor ich trotzdem nicht einmal 4 Minuten auf die Italiener, die wiederum ca. 4 Minuten Rückstand auf Paul Lindner hatten. Doch leider hatte ich über den Brenner eine Gruppe mit 80% Windschattenlutschern und Bummlern, und die restlichen (inklusive mir) wollten auch nicht immer für die anderen Tempo machen. Auf der Passhöhe wurde es mir dann zu bunt. Ich attakierte und fuhr alleine bis nach Sterzing. Dann ging es über den Jaufenpass. Bergauf fuhr ich kostant ein sehr hohes Tempo. Trotzdem überholten mich 4 der (ausgeruhten) Windschattenfahrer aus der Brenner-Gruppe. Bergab war es dann extrem kalt. Ich konnte meine Finger nur mehr sehr mühsam bewegen. Schalten war nicht mehr möglich. Bremsen Gott sei Dank schon noch. Trotz klapperndem Gebiss und schlotternden Knien überholte ich bergab einige Fahrer. Eine halb gefrohrene Banane von der Labestation spendete mir die notwendige Energie. Als ich in St. Leonhard sehr sommerlich gekleidete Menschen am Straßenrand sah merkte ich, dass es hier gar nicht so kalt sein konnte, wie mir grade war. Ich zog die Handschuhe aus und öffnete mein Trikot, um die Wärme an meinen Körper zu lassen. Am Beginn des Anstieges auf das Timmelsjoch war mir jedoch noch immer sehr kalt, und ich konnte nicht die Leistung bringen, die ich eigentlich wollte. Doch schon nach wenigen Minuten wurde mir wärmer, ich fuhr wieder konstant über 150 Puls und fühlte mich sehr wohl. Nach der Labestation überholte mich Paul Lindner. Ich wunderte mich, da ich ihn weit vor mir vermutete. Ich habe ihn anscheinend bergab vom Jaufenpass überholt. Pauli fuhr ca. 2 km konstant 30 bis 50 m vor mir bevor er wieder langsamer wurde. Ca. 2 km vor der Passhöhe zog ich wieder an ihm vorbei. Bergab ließ ich dann nichts mehr anbrennen und kam als 20. ins Ziel (Exakt 9 Minuten vor Pauli, der 29. wurde). Nach meinem missglückten Weltrekordversuch war der Ötztaler ein sehr versöhnlicher Saisonabschluss für mich, da ich wirklich eine sehr gute Leistung brachte. Ich konnte exakt das umsetzte, was ich drauf hatte und was ich mir vorgenommen habe. Außerdem konnte ich einige sehr gute Fahrer hinter mir lassen (Neben Pauli auch noch den 5. des RATA 2003 Dieter Kleiser und andere). Ergebnis-Listen |
| Weltrekordversuch 2003, DNF 24h-Weltrekordversuch – leider gescheitert! Wie ihr ja alle wisst, hatte ich vor, den 24h-Weltrekord im Einzelzeitfahren mit dem Fahrrad ohne Windschatten, den zur Zeit Wolfgang Fasching mit 856 km (35,7 km/h) hält, zu überbieten. ![]() Ich startete also am 12. 8. 2003 knapp nach Mittag in Attersee am Attersee. Am Anfang lief es ganz gut und ich war relativ deutlich vor meinem Zeitplan für den Weltrekord. Kleinere Wehwehchen wie Schmerzen in der Gesäßmuskulatur (Ischias war beleidigt - sehr schmerzhaft - Aber da meine Freundin Claudia Physiotherapeutin ist, konnte sie die Schmerzen mit einer 3-Minuten-Blitztherapie weg bringen!) oder brennende Fußsohlen auf Grund der hohen Temperaturen (an die 35°C im Schatten) kosteten mir kaum Zeit. Doch schon im Laufe des Nachmittages machte mir die Hitze zusehends zu schaffen. Ich leerte mit flaschenweise kaltes Wasser über Kopf und Körper und aß ein Eis nach dem anderen, um nicht ganz zu überhitzen. Meine Hoffnung lag darin, dass es am Abend kühler werden würde. Doch leider war dem nicht so, und ich fiel etwas hinter meinen Zeitplan zurück. Auch der zwar nur schwache, aber doch immer vorhandene Südwind, der mir anscheinend immer leicht entgegen bließ raubte mir sehr viel Energie. Ich wechselte wegen dem Wind am Anfang sogar zweimal die Fahrtrichtung, aber es war im und gegen den Uhrzeigersinn gleich schlecht. ![]() So ging es also in die Nacht hinein. Immer wieder begleiteten mich Radfahrer über kurze Strecken, oder feuerten mich vom Straßenrand her an. Muskulär hatte ich keine Probleme, ich hätte sogar sicher noch schneller fahren können, doch der Magen reagierte sehr empfindlich auf die Hitze. Nach 10 Stunden und 30 Minuten am Rad (etwas mehr als 360 km lagen hinter mir) wusste ich nur noch einen Ausweg: Ich wollte mich im See kurz abkühlen, um endlich die Hitze vom Körper weg zu bringen. Doch leider verkraftete mein Kreislauf diese Abkühlung nicht. Mir wurde nun endgültig speiübel und mein Kreislauf spielte verrückt. Ich benötigte fast eine Stunde, um mich zu erholen. War der Rückstand auf den Weltrekord-Zeitplan vor der Pause noch in einer Größenordnung, die ich aufholen hätte können, so war nach der Pause der Weltrekord in unerreichbare Ferne gerückt. Daher beschloss ich , den Versuch abzubrechen, um meine Kräfte für mein letztes Rennen in diesem Jahr (Ötztaler Radmarathon Ende August) zu schonen. Trotz des Scheiterns meines Weltrekordversuches bin ich nicht wirklich enttäuscht, da es mein erster Versuch in diese Richtung war. Dabei konnte ich zumindest über einige Stunden zeigen, dass dieser Weltrekord für mich nicht außer Reichweite liegt. Außerdem bin ich wieder um eine Erfahrung reicher, und Erfahrung ist im Extremradsport sehr sehr wichtig! Ich werde mit Sicherheit im nächsten Jahr einen neuen Anlauf unternehmen, um den Rekord von Wolfgang Fasching zu überbieten. Voraussichtlich im Herbst bei niedrigeren Temperaturen und auf einem ganz flachen Rundkurs. Ich habe mir das mit den Hügeln um den Attersee zwar genau angeschaut, und es ist wirklich so, dass man dort in der Regel bergab mehr Zeit gut machen kann, wie man bergauf verliert. Das ist aber nur so, solange man gut drauf ist. Sobald man angeschlagen ist relativiert sich die Sache und man verliert mehr Zeit bergauf, wie man bergab wieder gut machen kann. Und noch etwas zum Abschluss: Ich möchte mich bei allen bedanken, die mit mir mitgefiebert, und mich am Attersee zum Teil mit dem Rad begleitet oder vom Streckenrand her angefeuert haben. Jeder einzelne hat mir damit ein bisschen positive Energie geschenkt, und mich schneller gemacht. Schade, dass es trotzdem nicht geklappt hat. |
Mitterberg
12h-Radmarathon, Platz 2 Für alle, die dieses Rennen noch nicht kennen: Es ist mit Sicherheit eines der härtesten 12h-Rennen in Europa, wenn nicht sogar auf der Welt. Auf einem 14,6km Rundkurs sind pro Runde 250HM mit bis zu 12% Steigung zu überwinden. Um zu siegen sind in der Regel über 6000HM zu fahren. Ich habe zu diesem Rennen eine ganz besondere Beziehung, da meine letztjährige Leistung in Mitterberg (306,6km mit 5250HM in 11h 29’) ein wichtiger Punkt war, um die Startzusage für das heurige RATA zu erhalten. Da ich ca. 2 Wochen nach dem RATA merkte, dass die Form langsam, aber sicher wieder zurückkehrte, und ich mich vor allem in der Woche vor Mitterberg schon wieder richtig stark fühlte, ging ich mit dem Ziel an den Start, endlich meine erste Podestplatzierung zu erreichen. Ich wusste aber nicht, welche starken Fahrer außer Paul Lindner noch am Start sein würden. Daher machte ich von Beginn an Tempo. Den Pauli konnte ich natürlich nicht halten (das versuchte ich erst gar nicht), ich erwischte aber eine Gruppe von sehr ambitionierten 6h-Fahrern, mit denen ich die ersten 6 Runden absolvierte. Danach ließen die Kräfte dieser Radfahrer aber etwas nach, und so setzte ich mich in der 7. Runde von dieser Gruppe ab. Die folgenden Runden fuhr ich mehr oder weniger allein. Dadurch sank auch mein Schnitt, da ich auf der einzigen längeren Gerade auf diesem Kurs nun niemanden mehr hatte, dessen Windschatten ich ausnützen hätte können. Daher war es umso wichtiger, dass die Verpflegung (Meine Lebensgefährtin Claudia betreute mich wie üblich perfekt) ohne Pausen machen zu müssen funktionierte. Als Schlachtenbummler waren meine beiden Söhne Maximilian (9) und Tobias (3) mit dabei. Zu Mittag stießen auch noch die Eltern von Claudia zu uns. Die Anfeuerungen dieses "Familien-Fanclubs" motivierten mich, vor allem bei kleinen Durchhängern, die man auf so einer Strecke fast immer einmal hat, ganz besonders. In der 15. Runde erfuhr ich, dass der Pauli nur noch 3 Minuten hinter mir lag. Ich rechnete damit, dass er mich jeden Augenblick einholen und überrunden müsste (Soweit ich weis, ist es dem Pauli bei seinen bisherigen Siegen in Mitterberg noch immer gelungen, den zweiten um mehr als eine Runde abzuhängen.). Doch überraschender Weise blieb der Abstand zwischen uns bis zum Schluss konstant. Und eigentlich bin ich schon ein bisschen stolz, dass ich zwar eine Runde weniger, wie der Pauli gefahren bin, er mich aber nicht überrunden konnte. So fuhren wir also knapp nach halb acht (Pauli nach 24 Runden (350,4km mit 6000HM in 11h 32’ 40“) und ich nach 23 Runden (335,8km mit 5750HM in 11h 30’ 26“)) ins Ziel. Der Drittplazierte war mit Johannes Wenger (21 Runden) vom SV-Finanz Salzburg übrigens ebenfalls ein Salzburger. |
| RATA 2003, Platz 7 Dank Weltklassebetreuern
geschafft! Liebe Freunde, Kollegen und andere Radsportbegeisterte! Ich fuhr das RATA heuer zum zweiten mal und wollte nach der kleinen Sensationn im Vorjahr (10. Platz) heuer eine noch größere Überaschung schaffen. Insgeheim rechnete ich mir Chancen auf einen Platz unter den ersten fünf und eine Fahrzeit von unter 24 Stunden aus. Beide Ziele waren in Reichweite, doch leider machte mir auch heuer wieder mein Magen einen Strich durch die Rechnung. Wie es mir genau ging, könnt ihr im folgenden Bericht lesen. Viel Spass! Vorbereitungen: Auch heuer konnte ich mich 4 Monate lang fast profimäßig auf das RATA vorbereiten. Als ich am Start in Nauders stand, hatte ich 13600 Rennradkilometer, ca. 750 km auf der Rolle und über 1600 km mit dem normalen Rad in den Beinen. Auch meine winterlichen Gewichtsprobleme lagen hinter mir. Zwei Tage vor dem RATA hatte ich 82,5 kg und einen Körperfettgehalt von 9,1 %. Bei meiner Größe (1,95 m) ist das fast das Minimum, das ich erreichen kannn. Beim letzten Lactattest bei Frau Dr. Ledl (Abteilung für Sportmedizin im LKH Salzburg) ca. 10 Tage vor dem Rennen fuhr ich eine Maximalleistung von 550 Watt (6,3 W/kg!), und (was für das RATA viel wichtiger ist) eine Leistung von über 330 Watt (3,9 W/kg) an der aeroben Schwelle und über 400 Watt (5,0 W/kg!) an der anaeroben Schwelle. Diese Werte ließen einiges erwarten. Doch nicht nur mein Körper war Fit für das RATA, sondern auch meine Seele war im Gleichgewicht, und mein Kopf war frei für dieses Rennen. Obwohl ich so viel trainierte horchte ich immer auf meine innere Stimme, und setzte intensive Trainingsreize nur dann, wenn ich sie wirklich vertrug. Zu 95 % trainierte ich jedoch im Grundlagenausdauerbereich und legte dabei vor allem auf extrem lange Trainingseinheiten (mehrmals über 300 km, ein mal 400 km von Salzburg nach Lignano) großen Wert. Als zusätzliche Regenerationsmaßname ging ich jede zweite Woche zu Frau Dr. Chuang-Quehenberger zum akupunktieren. Außerdem plante ich das Rennen wieder ganz exakt durch, soweit man so ein Rennen wirklich planen kann. Ich erstellte eine gegenüber dem Vorjahr etwas modifizierte Ernährungstabelle (ohne Orangensaft!) und simulierte das RATA bei einer Probefahrt, bei der ich die RATA-Strecke 3 Wochen vor dem Rennen in 2 Tagesetappen abgefahren bin. Dabei ernährte ich mich exakt nach dem Plan für das Rennen und war bis zum Mortirolo nur 20 Minuten langsamer wie der Vorjahressieger beim RATA 2002 an dieser Stelle. Außerdem gelang es mir bei dieser Trainingsfahrt zum ersten mal, den Mortirolo ordentlich zu fahren. Das alles machte mich sehr zuversichtlich für das Rennen. ![]() Mein Betreuerteam (v.l.n.r.): Sebastian Grießner: Mein Vater unterstützte mich auch heuer wieder bei meinem Vorhaben nicht nur finanziell, sondern war auch beim Rennen und in der Vorbereitung sehr wichtig für mich. Er begleitete mich bei der RATA-Probefahrt, fungierte als Betreuer bei einigen Vorbereitungsrennen und hatte während des RATA die Aufgabe des Fahrers und des Teamleiters. Sebastian Wilhelmstätter: Er ist ein guter Freund meiner Schwester, und unterstützte mich als Kleinsponsor. Im letzten Jahr war er für mich als Kontrollorgan beim RATA dabei. Da heuer Bernd Gerstenecker, der Freund meiner Schwester, als Betreuer ausfiel, rückte er ins Team nach. Er war hauptsächlich für die Dokumentation (Film & Fotos) meines Leidens verantwortlich. Brigitte Puttinger: Sie ist eine Radkollegin vom RC Hallein, die ich schon seit vielen Jahren kenne. Da Sebstian in mein Team nachrückte, brauchte ich ein neues Kontrollorgan. Brigitte erledigte diese wichtige Aufgabe für mich im Team Daniel Wyss. Danke. Gerald Weber: Wie im letzten Jahr fuhr Gerald auch heuer wieder als Mechaniker bei mir mit, und wie im letzten Jahr hatte er auch heuer nichts zu tun. Martin Grießner: Das bin ich, der verrückte Radfahrer mit seiner Rennmaschine, dem 7,5 kg schweren "black magic" CAAD 7 von Cannondale. Elfriede Grießner: Meine Schwester war auch heuer wieder die Person, die neben mir am meisten, und am Härtesten für das Unterfangen "Martin fährt das RATA" gearbeitet hat. Trotz großem Stress durch eine Ausbildung, die sie gerade neben der Arbeit absolviert, hat sie meine Homepage gewartet. Außerdem hat sie mir beim Design unserer Teamleiberl, und beim Dekorieren meiner Radleiberl mit den verschiedenen Sponsorlogos geholfen. Während des Rennens war sie hauptsächlich für das Gewand zuständig. Daneben half sie noch bei der körperlichen und seelischen Verpflegung und schoss so nebenbei auch noch ein paar ganz tolle Fotos. Claudia Hofer: Meine Freundin unterstütze mich heuer schon bei der Vorbereitung auf das RATA wirklich großartig. Sie akzeptierte meine Radfahrleidenschaft nicht nur, sondern sie half aktiv mit, damit ich bis zum RATA nicht nur körperlich, sondern auch seelisch in Höchstform war. Es ist nicht immer leicht, mit einer Person zusammen zu leben, die so extreme Ziele verfolgt. Daher möchte ich Claudia dafür ganz besonders danken! Während des Rennens war Claudia die wichtigste Ansprechperson für mich. Sie war hauptsächlich für meine körperliche und seelische Verpflegung zuständig. Vor dem Rennen: Ich wusste, dass ich mit meiner Form eigentlich ganz vorne mitfahren können müsste und ich versuchte, mir dadurch aber keinen Druck zu machen. Außerdem war es sowieso meine Taktik, am Anfang wieder genau mein Rennen nach Puls zu fahren, und gar nicht auf die Platzierung zu achten. Erst nach zwei bis drei Bergen wollte ich versuchen, weiter nach vorne zu kommen. Trotzdem war ich am Start ziemlich nervös (120 Puls im Stehen statt normalerweise 60-70). Es war für mich halt doch eines meiner Hauptevents in diesem Jahr, und nicht irgendein Radmarathon. ![]() Der grandiose Start: Dann ging es los. Von Nauders aus neutralisiert über den Reschenpass hinunter nach Prad. Dort erfolgte der fliegende Start. Bei der ersten Steigung attakierte Paul Lindner. Vandelli und Forni folgten ihm. Auch einige andere Fahrer fuhren an mir vobei. Durch die Nervosität fiel es mir gar nicht so leicht, meinen Rythmus zu finden, da der Puls sehr schnell zu hoch hinaufschoss. Ich fuhr einfach so lange langsam, bis sich dieses Problem legte. Dann hielten mich noch eine Rote Ampel (Baustelle mit Gegenverkehr) und eine WC-Pause jeweils einige Minuten auf. Doch dann war ich im Rennen. Ich fuhr konstant über 340 Watt und war am Stilfser Joch knapp vor Daniel Wyss 7. Am Gavia erholte sich Daniel dank meiner Magentropfen von seinen anfänglichen Magenproblemen und wir fuhren diesen Berg gemeinsam, wobei in den steileren Stücken er den Ton an gab. Sobald es aber flacher war, war ich stärker. Wir überholten einen Konkurrenten, und kamen am Gavia als 6. bzw. 7. ganz knapp hinter Clavadetscher und Olivero an. Nach dem steilen Teil der Abfahrt schlossen wir uns knapp nach Ponte di Legno zu einer Vierergruppe zusammen. Das war toll, da wir bis Edolo nun trotz starkem Gegenwind ein sehr hohes Tempo fahren konnten. Dann folgte mit dem Passo Aprica ein Berg ganz nach meinnem Geschmack (5-7% Steigung). Ich erhöhte das Tempo, und nur Daniel Wyss konnte oder wollte mir folgen. Wir fuhren nun zu zweit bis zum Fuße des Mortirolo. Dort waren wir nur wenige Minuten hinter dem Führenden und späteren Sieger Vandelli und dem Vorjahressieger Paul Lindner. Den Drittplatzierten Forni hatten wir gerade eingeholt. So ging es in den Mortirolo. Forni und Wyss gingen den Mortirolo schneller an. Ich versuchte, diesen "Schweineberg" möglichst kraftsparend und trotzdem halbwegs schnell hinter mich zu bringen. Das gelang mir bis zur Hälfte eingentlich ganz gut. Doch dann merkte ich, wie es härter und härter wurde. Trotzdem fuhr ich in einer super Zeit hinauf. Doch oben war ich ziemlich mitgenommen. Zu meinem Pech holte ich oben Paul Lindner ein, der gerade ziemilch k. o. in seinem Betreuerauto saß. Die Euphorie darüber, den Pauli hier schon eingeholt zu haben täuschte mich darüber hinweg, dass ich eigentlich auch gerade reif für eine kurze Pause gewesen wäre. Ich zog mich schnell um, aß eine Banane und ging als 4. in die Abfahrt vom Mortirolo. ![]() Der Einbruch: Es dauerte jedoch nicht lange, da bekam ich plötzlich kaum mehr Luft und es wurde mir übel. Ich konnte gerade noch stehen bleben, um mich mitten auf der Straße zu übergeben. Bis zum Gebüsch habe ich es nicht mehr geschafft. Es war mir wirklich sogar die Banane zu schwer für die Verdauung gewesen. Das sagt schon einiges über meinen körperlichen Zustand in diesem Moment aus. Meine Betreuer waren ziemlich geschockt, als sie mich so sahen. Doch der große Hammer kam erst. Nach dem Erbrechen bin ich eigentlich gleich weiter gefahren. Es ging wieder auf den Passo Aprica. Um mich vollständig zu erholen fuhr ich diesen Berg jetzt extrem langsam. Ganz oben haben mich dann Paul Lindner und Andrea Clavadetscher eingeholt. Wir fuhren bergab und dann das Flachstück bis Tirano gemeinsam, wobei es mir schon wieder sehr gut ging. Ich hatte das Gefühl der Stärkste in dieser Gruppe zu sein. Andrea hat mich sogar einmal darauf hingewiesen, dass ich nicht immer so anreissen soll. Ich rechnete fix damit, dass ich mich am Berniapass von den Beiden lösen können würde. Doch kaum hatte der Berninapass begonnen, kam bei mir wieder die Übelkeit. Ich wurde wieder kurzatmig, und ich brachte auch den Puls nicht mehr über 100 hinauf. Da war mir klar: Jetzt ist es Zeit für eine Pause! Ich setzte mich zuerst auf und später hinter eine Steinmauer und dachte schon ans Aufgeben. Doch in dieser Phase hat mein Team großartiges geleistet. Vor allem Claudia und Elfriede fanden in dieser Grenzsituation genau die richtigen Worte. Sie setzten mich nicht unter Druck, sondern machten mir klar, wie großartig ich bis zu diesem Zeitpunkt gefahren bin, und was für Möglichkeiten ich noch habe, selbst wenn ich hier jetzt eine Stunde Pause machen würde. Mein Team war so nett zu mir, da konnte ich gar nicht aufgeben. Ich begann schluckweise Cola zu drinken und Grisini zu essen und nach etwas mehr als 50 Minuten stieg ich wieder aufs Rad. Ich war auf den 9. Platz zurückgefallen, da mich in der Zwischenzeit Franz Venier, Dieter Kleiser und Dominique Briand überholt hatten. ![]() Der Kampf bis zum Schluss: Den Berninapass bin ich dann eingentlich ganz ordentlich gefahren. Ich konnte auf Dominique Briand mehr als 10 Minuten aufholen, und war vor ihm am Pass. Auch Pauli, der ca. 5 km nach mir eine lange Pause brauchte hatte ich wieder überholt. Ich war also schon wieder 7. Am Albulapas überholte ich Forni (im Auto sitzend), der wenig später aufgab. Und obwohl ich weder den Albulapass, noch den Flüelapass auch nur annähern in einem Tempo fahren konnte, das ich als normal bezeichnen würde, holte ich Minute um Minute auf Dieter Kleiser auf, den ich am Flüelapass schließlich einholte. Mit einem kurzen Zwischensprint am Ofenpass ließ ich ihn hinter mir. Damit war ich schon wieder 5.! Den Ofenpass bin ich überhapt großartig gefahren. 90% mit dem großen Kettenblatt, und das mit 8 Bergen in den Beinen! Doch leider folgte die Strafe für diesen Übermut postwendend. Bei der Abfahrt wurde mir scheindlig und wieder übel. Ich brauchte nochmals eine 20minütige Paus. Dadurch konnten mich Kleiser und Briand wieder überholen. Obwohl ich wusste, dass Briand nur wenige Minuten vor mir lag (zum Teil in Sichtweite), hatte ich nicht mehr den Geist bzw. den Mut für eine Attacke auf den 6. Platz, da ich einen nochmaligen totalen Einbruch fürchtete. Kleiser fuhr den Umbrailpass extrem stark und war damit sowieso ausser Reichweite. Schock kurz vor dem Ziel und dann große Freude: So fuhr ich also den Umbrailpass und dann bis aufs Stilfser Joch in der Gewissheit, dass von hinten sowieso keine Gefahr mehr droht, und dass ich den 7. Platz sicher habe. Ich legte zwei gemütliche Umziehpausen (Ganz oben am Stilfser Joch und unten in Prad) ein, und hatte es gar nicht so eilig, ins Ziel zu kommen. Der starke Gegenwind tat sein übriges. Ich machte mir also wirklich keinen Stress. Doch kurz vor der Grenze überholte mich das Betreuerfahrzeug von Paul Lindner. Martina gratulierte mir zu meiner Leistung und fuhr weiter. Plötzlich schoss es mir durch den Kopf: "Wo ist Pauli?". Ich drehte mich um, konnte ihn aber nicht sehen. Da gab ich noch einmal so richtig Gas und fuhr die letzten 5 km mit fast 60 km/h bei starkem Gegenwind leicht bergab bis ins Ziel. Vor dem Vorjahressieger zu finnishen, und damit zum ersten Mal den Pauli in einem Rennen zu schlagen wertet für mich persönlich meine Kampfleistung bei diesem Rennen noch einmal um einiges auf! Außerdem war ich zweitbester Österreicher und bester der 4 gestarteten Salzburger, wobei Heinz Riess und Robert Steinböck leider aufgeben mussten. ![]() Ergebnisliste:
Nach der Zieldurchfahrt war ich ganz schön k. o. Vor allem der Magen und die Lendenwirbelsäule waren richtig beleidigt. Doch die Freude über das Erreichte macht die ganze Qual wieder wett. Aber auch die Nachwirkungen in den nächsten Tagen waren heuer sowohl, was die Beine, als auch was den Rücken betrifft viel geringer, wie im letzten Jahr. Ich konnte am nächsten Tag schon wieder normal gehen bzw. bin zwei Tage danach schon wieder über 50 km mit dem Rad gefahren! Mein Resümè: Das RATA 2003 war mein zweites richtiges Extremradrennen. Durch meine hervorragende Form habe ich mir sehr viel erwartet. Leider konnte ich meine Idealziele nicht ganz erreichen. Einiges, was mir passiert ist kann man sicher auf die mangelnde Routine zurückführen. Vielleicht hätte ich noch langsamer beginnen oder schon früher eine kurze Regenerationspause einlegen sollen. Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass es ganz ganz knapp war, dass mir meine Rechnung nicht aufgegangen ist. Sonst hätte ich schon heuer für eine riesen Sensation sorgen können. Irgendwann werde ich die Erfahrung und die Routine haben, um so ein Rennen konstant auf sehr hohem Niveau durchfahren zu können. Dann kann ich vielleicht sogar unter die ersten 3 kommen. Eventuell schon beim RATA 2004 - ich freu mich schon! Vorher habe ich aber noch ein anderes Ziel. Ich werde im August versuchen den 24-stunden Weltrekord im Einzelzeitfahren ohne Windschatten, den seit letztem Jahr Wolfgang Fasching mit 856 km hält zu überbieten. Nähere Infos dazu findet ihr ab übernächster Woche auf meiner Homepage. Jetzt fahre ich nämlich erst einmal auf Urlaub! |
12-Stunden-Rennen-Mitterberg,
Platz 5 306,6 km & 5250 Höhenmeter in 11:29:19 mit einer Rundenbestzeit von 0:29:07 (Runde: 14,6 km) Bei meinem ersten Versuch in Richtung Extremradsport stand vor allem das Sammeln von Erfahrung im Vordergrund. Obwohl die Vorbereitung nicht ideal war (Darminfektion drei Tage vor dem Rennen) konnte ich doch sehr gut abschneiden. Ich fuhr exakt nach Puls. Daher konnte ich 12 Stunden lang annähernd gleich gute Rundenzeiten erreichen. Am Anfang fuhren viele meiner Konkurenten schneller als ich. Ab der Halbzeit verschlechterten sich deren Rundenzeiten aber zusehends, wodurch ich die meisten wieder einholen konnte. |
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| 23.11.2005 Treue Sponsoren & Neue Sponsoren »Ohne Göd koa Musi« (Auf Hochdeutsch: »Ohne Geld keine Musik«) lautet bei uns ein bekanntes Sprichwort, das natürlich auch für mich bzw. für meine extremradsportlichen Vorhaben durchaus seine Gültigkeit besitzt. Daher freut es mich ganz besonders, dass ich bereits jetzt einen großen Teil meines Budgets für 2006 beisammen habe. Den finanziellen (und damit zum Teil auch mentalen) Grundstein für meine sportlichen Vorhaben 2006 legten schon im Juni diesen Jahres die Firmen Raiffeisen und Schenker, in dem sie die eigentlich für 2005 abgeschlossenen Vereinbarungen ohne irgend welche Einschränkungen auf kommendes Jahr verlegten. Daher wusste ich schon viel früher als in den letzten Jahren, dass ich 2006 genug Geld für zumindest ein bis zwei Extremradrennen haben werde. An dieser Stelle möchte ich mich daher noch einmal explizit bei meinen beiden treusten Sposoren für das entgegen gebrachte Vertrauen bedanken. Bald darauf kam auch die Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH wieder als Partner dazu, die mich ja schon 2004 unterstützt hatte. 2005 musste die AMA gewisse Schwierigkeiten überwinden, wodurch eine Zusammenarbeit nicht möglich gewesen wäre. Irgendwie ist es aber schon sehr interessant, dass sich der »Knoten« bei der AMA im selben Zeitraum gelöst hat, wie mein eigener. Daher bin ich schon neugierig, in welcher Größenordnung die Zusammenarbeit schließlich ausfallen wird. Die letzten Details werden nämlich erst bei einem persönlichen Treffen Ende November festgelegt. Und damit kommen wir schon zum ersten wirklich absolut neuen Partner für die kommende Saison (und ich hoffe natürlich auch darüber hinaus): Ich bin sehr stolz dadauf, dass mit der Pappas Gruppe der österreichische Generalimporteur für Mercedes bei mir als Sponsor eingestiegen ist. Daher werden meine Betreuer im kommenden Jahr auch ganz bequem mit einem Mercedes Vito unterwegs sein. Weiters konnte ich in Sachen Radbekleidung mit Briko eine sehr gute italienische Marke für meine Vorhaben begeistern, wobei das Radgewand, der Helm und die Brille von Briko sehr gut durch die Radhandschuhe von Roeckl ergänzt werden. Ich war übrigens schon früher sehr gerne mit den hochwertigen Sachen von Briko unterwegs, da ich diese in Italien relativ günstig bekam, und dann in Österreich mit Sachen unterwegs war, die sonst fast niemand hatte. Und in Sachen Handschuhe ist Roeckl sowieso absolut top. Als Kleinsponsor dazu gekommen ist auch noch die Firma Kornland. Da ich heuer im Sommer bzw. im Herbst sehr oft mit Müsliriegeln von Kornland unterwegs war kontaktierte ich diese Firma mit der Anfrage um eine Sachunterstützung. Das Ergebnis ist, dass ich im kommenden Jahr sehr viele Kornland-Riegel essen kann, aber keinen einzigen kaufen muss, da mir mein Jahresbedarf gratis zur Verfügung gestellt wird - also wirklich eine »kräftige« Unterstützung. Aktuell habe ich noch zwei (maximal drei) sehr gute Plätze auf meinem Trikot frei. Damit diese nicht frei bleiben bin ich noch mit einigen sehr interessanten bzw. auch sehr interessierten Firmen in Verhandlung. Ich bin guter Dinge, dass ich mein Budget für 2006 noch vor Weihnachten (spätestens aber im Jänner 2006) zusammen habe. Sobald es so weit ist, werde ich auch Details bezüglich meines großen Zieles im August 2006 bekannt geben. ___________________________________________ 25.09.2005 Ötztaler Radmarathon einmal anders! Der Entschluss, in dieser Saison kein Radrennen zu bestreiten, löste bei mir eine sehr interessante Dynamik aus. Ich hatte plötzlich keinen Druck mehr, zu irgend einem Termin in Topform sein zu müssen. Dadurch hing ich auch nicht mehr irgend welchen »Soll-Werten« nach, sondern konzentrierte mich beim Training auf das, was ich gerade drauf hatte. Dadurch machte mir das Training auch wieder viel mehr Spaß, was wiederum dazu führte, dass ich mehr trainierte ... Kurzum: Die Spirale, die sich vorher so schnell nach unten drehte begann sich plötzlich wieder nach oben zu drehen. Anfang August war ich schon wieder so gut drauf, dass ich ernsthaft an Rennen dachte. Doch eigentlich hatte ich nicht wirklich Lust, noch heuer ein Rennen zu fahren. Da kam es mir gerade recht, dass sich meine zwei Radkollegen Franz Gmachl und Bert Gierlinger gerade auf den Ötztaler vorbereiteten. Ich trainierte einige male mit Ihnen, und beschloss dann, die Zwei beim Rennen vom Fahrrad aus zu betreuen. Daher fuhr ich am 28. August ca. 20 Minuten vor dem Start des Ötztalers von Sölden weg. Es war schön, so ganz alleine das Ötztal hinunter und das Kühtei hinauf zu fahren. Oben wartete ich dann auf meine Freunde. Franz kam erwartungsgemäß ca. 10 Minuten nach der Spitze. Ich versorgte Ihn mit Getränk und wartete dann auf Bert. Dieser kam ca. 5 Minuten nach Franz. Ich versorgte Ihn ebenfalls mit Getränk und fuhr auch den Rest der Strecke mit ihm. Über den Brenner habe ich ganz schön Druck gemacht, wodurch wir eine Gruppe, die wir auf der Abfahrt vom Kühtei verloren hatten, wieder einholen konnten. Über Jaufenpass und Timmelsjoch kam ich auch sehr gut drüber. Da Bert am Berg etwas schwächer war als ich brauchte ich mich eigentlich gar nicht schinden. Meist fuhr ich gegen Ende der Berge etwas voraus, um bei den Laben Getränk und Essen nachzufüllen. Dadurch brauchte Bert kaum stehen zu bleiben, und ich aß so viel Kuchen, wie noch nie während eines Radrennens. Nach ca. 9h 20 min erreichten wir das Ziel - eine super Leistung für Bert (!), da er lediglich etwas über 4000 Trainingskilometer in den Beinen hatte. Für mich war es einerseits toll, die Runde so locker bewältigt zu haben, andererseits wusste ich aber nicht, wie gut ich wirklich drauf bin, da ich ja nie wirklich an meine Grenzen gehen musste. Daher beschloss ich, ca. 10 Tage später mein ganz privates Radrennen zu fahren. Ich fuhr meine klassische Bergtrainingseinheit über Roßfeld, Trattberg, Postalm und Gaißberg - 213 km mit 4300 HM - in meinem Extremradrennen - Renntempo. Und ich kann sagen, dass es wirklich ausgezeichnet lief. Ich kam zwar erwartungsgemäß nicht an meine Topwerte heran (wie denn auch bei nicht einmal halb so viel Training), ich war aber viel näher dran, als ich es mir erwartet hatte! Diese Tatsache macht mich sehr zuversichtlich für meine Comebacksaison 2006. Was ich im nächsten Jahr vor habe werde ich demnächst auf meiner Homepage veröffentlichen. Vorab nur so viel: Ich werde in jedem Fall ein RAAM-Qualifikationsrennen und die Ultra-Radmarathon-WM (= Glocknerman) bestreiten. Dazu wird in jedem Fall noch ein drittes Rennen kommen - wahrscheinlich ein sehr langes. Mehr Infos dazu gibt es, wie schon erwähnt, bald - auf dieser Seite! ___________________________________________ 11.07.2005 Ein Jahr Pause statt extremer Radrennen Eigentlich hatte ich in Sachen Extremradsport für das heurige Jahr sehr große Ziele. Ich wollte im Frühsommer zuerst die Ultra Radmarathon Europameisterschaft in Frankreich, danach die Ultra Radmarathon WM und das Race across the Alps bestreiten. Als Höhepunkt plante ich eine Teilnahme am XXAlps, einem Extremradrennen über ca. 2100km mit mehr als 50000 Höhenmetern (www.xxalps.com). Doch wie sagt schon ein bekanntes Sprichwort: »Erstens kommt es anders, und Zweitens als man denkt!« Während und nach meiner sehr erfolgreichen Extremradsport Saison 2004 (3. Platz bei der Ultra Radmarathon WM, 5. Platz beim Race across the Alps, Sieg beim sehr stark besetzten 24h Radrennen am Nürburgring und 3. Platz beim 12 h Radmarathon am Hockenheimring) hatte ich mit einigen Firmen sehr viel versprechende Kontakte bezüglich Sponsoring für die Saison 2005. Daher schmiedete ich auch große Pläne, mich noch professioneller dem Extremradsport zu widmen. Im Laufe des Herbstes wurden aber nahezu alle positiven Aussagen immer mehr relativiert bis im Jänner eigentlich nichts mehr davon übrig blieb. Mit einer Ausnahme blieben mir jedoch zumindest meine bisherigen Sponsoren und Gönner treu, und Raiffeisen hat als einzige absolut positive Ausnahme sogar von sich aus den Sponsorbetrag für 2005 erhöht. Trotzdem hatte ich aber das Budget, das ich für die Verwirklichung meiner Pläne gebraucht hätte, noch nicht beisammen. Trotz dieser nicht sehr positiven Vorzeichen begann ich mit dem Aufbautraining. Doch auch das lief alles andere als nach Wunsch, denn immer, wenn ich endlich einigermaßen in Tritt kam erwischte mich bald darauf ein grippaler Infekt. Insgesamt wurde mein Aufbau dadurch drei mal empfindlich gestört. Eine Woche vor meinem ersten Trainingslager Anfang Februar auf Gran Canaria lag ich sogar mit einer echten Influenza im Bett - 5 Tage mit bis zu 40° Fiber. Dementsprechend sah mein Training auf Gran Canaria dann auch aus. Zum Glück war auf Gran Canaria auch noch das Wetter eher regnerisch und mit 10 bis 15 °C viel kälter als üblicher Weise um diese Jahreszeit - die Folge war meine nächste Verkühlung... Durch diese Krankheits-Serie kam ich auch bezüglich Formaufbau immer mehr unter Druck, und so kamen zu den Gedanken, welche Rennen ich mir finanziell überhaupt leisten kann auch noch die Gedanken, wann ich denn so gut in Form sein würde, um ein Extremradrennen so fahren zu können, wie ich mir das vorstelle, dazu. Gelöst hat diesen »Knoten« schließlich ein sehr interessantes Angebot meines Arbeitsgebers (TECAN Austria AG in Grödig), bei dem ich schon in den letzten Jahren vor allem im Herbst und Winter in Form von Forschungs- und Entwicklungsprojekten arbeitete. Ich entschied mich dafür, heuer auch im Sommer mehr Zeit im Büro als auf dem Fahrrad zu verbringen. Durch mein verstärktes Engagement bei TECAN bin ich mit meiner Familie finanziell besser abgesichert und werde trotzdem auch in Zukunft genug Zeit fürs Training haben. Meine Karriere als Extremradsportler ist also sicher noch nicht zu Ende. Ich mache heuer nur ein Jahr Pause und nach all den Schwierigkeiten und dem Ärger im Winter bin ich froh über die aktuelle Situation. Die für heuer getroffenen Vereinbarungen mit meinen Sponsoren haben wir einvernehmlich »eingefroren« bzw. auf nächstes Jahr verschoben. Dadurch habe ich den Großteil meines Budgets für 2006 schon jetzt zusammen und werde mir dementsprechende Ziele setzen. Vielleicht kommt ja sogar noch der eine oder andere Sponsor dazu... Mein vorrangiges Ziel im nächsten Jahr ist es, mich bei einem der offiziellen RAAM (Race across America)-Qualifikationsrennen in Europa für das RAAM zu qualifizieren. Daraus lässt sich auch mein Fernziel sehr leicht ableiten. Dieses ist und bleibt eine erfolgreiche Teilnahme am RAAM. |
| »Doping – Nein, Danke!« Seit ich im Extremradsport tätig bin stört mich die Tatsache, dass es eigentlich überhaupt keine Dopingkontrollen gibt. Die Veranstalter werben zwar damit, dass die besten Extremradsportler der Welt am Start sind, bezeichnen ihre Veranstaltung als Welt- oder Europameisterschaft oder als das härteste Rennen überhaupt. Aber anscheinend denkt keiner daran, dass zu Spitzensport auf Weltklasseniveau auch Dopingkontrollen gehören. Ich finde es blauäugig, zu behaupten, dass der Extremradsport halt noch ein wirklich sauberer Sport ist wo es kein Dopingproblem gibt. Denn wo es keine Kontrollen gibt wird es auch nie positive Dopingfälle geben. Der Dopingsumpf endet nicht genau vor unseren Veranstaltungen! Erste Ansätze zu Dopingkontrollen im Extremradsport gibt es lediglich bei der UMCA (Das ist der Amerikanische Extremradsport-Verband, der auch das Race across America –RAAM- veranstaltet.). Beim RAAM und auch bei den Qualifikationsrennen für das RAAM (zumindest beim „Raid Provence Extreme“ in Frankreich) werden Dopingkontrollen durchgeführt. Das ist zumindest der erste Schritt in die richtige Richtung. Kontrollen sind mir deswegen so wichtig, weil es sehr wohl sehr viele Gerüchte in der Szene gibt. Ein gewisser Gernot T. (Vollständiger Name dem Schreiber und den aufmerksamen Lesern meiner Homepage bekannt) hat mir zum Beispiel beim Glocknerman binnen weniger Minuten erzählt, bei welchen Fahrern er sich angeblich ganz sicher ist, dass sie dopen. Neben nahezu allen österreichischen Spitzenextremradsportlern fielen auch noch einige andere Namen. Interessanterweise alles Leute, die besser sind als er... Ich bin mir auch sicher, dass bezüglich meiner Person solche Gerüchte existieren. So unter dem Motto: »Der Grießner – der ist doch Dr. der Biologie. Der kennt sich da aus. Der nimmt sicher etwas, sonst könnte er mit seiner Größe niemals so gut die Berge fahren.« Ich kann dazu nur folgendes sagen: Ich kenne mich wirklich sehr gut in meinem Körper aus, und ich weiß auch ziemlich exakt, was wann wie abläuft. Und ich kenne auch die Auswirkungen von Dopingmitteln. Doch genau das ist der Grund, warum ich niemals zu so einem Teufelszeug greifen würde. Ich kenne nämlich auch die Nebenwirkungen. Und die sind zum Teil verheerend – Egal ob bei EPO, Wachstumshormonen, Anabolika oder ähnlichem Mist. Ich kann euch garantieren, dass mir ein paar Erfolge mehr in den nächsten Jahren nicht so viel wert sind, dass ich dafür riskieren würde in 10 oder 15 Jahren zu sterben. Ich liebe nämlich mein Leben. Und außerdem habe ich eine tolle Frau und zwei wunderbare Kinder. Ich möchte mit meiner Partnerin erleben, wie unsere Kinder groß werden, und ich möchte auch meine Enkelkinder (vielleicht sogar noch meine Urenkel) kennen lernen. Und noch etwas kann ich Euch garantieren: Ich werde in den nächsten Jahren auch ohne Doping als ehrlicher und sauberer Sportler meine Erfolge feiern! Es würde mich aber extrem stören, wenn mir der eine oder andere Betrüger die Butter vom Brot nehmen würde. Das ist aber keine versteckte Anschuldigung gegen irgendeinen meiner Extremradsportkollegen. Ganz im Gegenteil: Bei nahezu allen Spitzenathleten, die ich kenne, bin ich mir sicher, dass sie genauso sauber sind, wie ich. Aber wie heißt doch ein altes Sprichwort: »Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser« Daher werde ich als ersten Schritt auch weiterhin für Dopingkontrollen bei den Rennen eintreten. Früher oder später sollten aber auch Trainingskontrollen durchgeführt werden, wie es im Spitzensport üblich ist. »Denn wir Extremradsportler sind keine Verrückten oder Spinner, sondern seriöse Spitzensportler.« (Andrea Clavadetscher) P. S.: Um zu untermauern, dass mir dieses Thema wirklich am Herzen liegt, und als Beweis, dass man Spitzenleistungen im Extremradsport wirklich ohne Doping erbringen kann habe ich mich 2 Tage nach meinem Sieg am Nürburgring (20./ 21. August 2004) einer freiwilligen Dopingkontrolle nach den Richtlinien der WADA (World Anti Doping Agency) unterzogen. Das Ergebnis war natürlich negativ. Die Kosten (immerhin 445,25 €) für diese Kontrolle musste ich natürlich aus meiner eigenen Tasche bezahlen. |
| 19.09.2007 Was war, was ist und was noch kommen wird ... Es hat sehr lange gedauert, bis ich mich dazu durchringen konnte eine neue Info für meine Homepage zu schreiben. Einigen ist es sicher aufgefallen, bzw. komisch vorgekommen – so große Ziele für 2006 und dann überhaupt keine weitere Information mehr. Und die von Euch, die mich, meine Homepage und meine Rennberichte kennen, haben sich sicher die Frage gestellt, was da wohl los ist bzw. war ... Gleich zu Beginn möchte ich mich bei all denen bedanken, die auch in der Zeit ohne sportliche Großtaten an mich gedacht und mir aufmunternde E-Mails geschrieben haben! Die letzten 3 Jahre waren nämlich ganz schön schwer für mich. Nach den sensationellen Leistungen 2004 waren meine Erwartungen für 2005 und 2006 entsprechend hoch. Doch nachdem 2005 die Vorbereitung komplett in die Hose ging (zig Verkühlungen, Grippe, grippale Infekte ...) brauchte mein Körper eine Pause. Bis Ende des Jahres erholte ich mich und kam sogar wieder so gut in Form, dass ich für 2006 noch größere Ziele ins Auge fasste (Tour de France nonstop). Zusätzlich hatte ich zum ersten Mal kaum Probleme mein Budget zusammen zu bekommen. Da musste die Saison ja einfach großartig werden. 2006 streikte dann aber nicht nur mein Körper, sondern auch bzw. vor allem meine Seele. Eigentlich war es ja nur eine Frage der Zeit bis ich mit meinem extrem hohen Leistungsanspruch im Spannungsfeld der verschiedenen Bereiche meines Lebens – Familie, Beruf & Extremradsport – einmal »unter die Räder« kommen würde. Und genau das passierte 2006 – trotz vieler Vorzeichen und Warnungen. Ich musste erst abstürzen, um zu erkennen wie nahe am Abgrund ich unterwegs war. Es hat mich bis heute sehr viel Zeit und Energie gekostet, um aus diesem Tief wieder vollkommen heraus zu kommen, doch mittlerweile ist es mir gelungen! Und im Nachhinein betrachtet hat mir persönlich dieses Tief bzw. die Überwindung dieses Tiefs mehr gebracht als alle meine beruflichen und sportlichen Erfolge zusammen. Für 2007 hatte bzw. habe ich eigentlich einen fixen Vorsatz: Nur gemütlich bzw. zur (seelischen) Erholung radeln und sicher kein Radrennen! An Ersteres habe ich mich 100%ig gehalten. Ich fuhr viele eher kurze und sehr gemütliche Touren – GA1 wie es im Buche steht. Irgendwie bin ich mit der Zeit aber doch ganz gut in Form gekommen (Warum auch immer?!) und als ich Anfang August meinen Freund Franz Gmachl beim »Trattberger Stier« betreute, spürte ich zum ersten Mal seit langem wieder dieses besondere Kribbeln bzw. diese leichte Anspannung vor einem Rennen. Da ahnte ich schon, dass ich den zweiten Teil meines Vorsatzes vielleicht doch nicht einhalten werde. Bald darauf startete ich einen Selbstversuch – ich fuhr eine meiner »gefürchteten« Bergtouren mit 3 ordentliche Bergwertungen: Roßfeld, Trattberg und zum Abschluss den Gaisberg – in Summe 140 km mit über 3000 HM. In einem Jahr quasi ohne Bergtraining ist das ganz schön viel! Und ich war sehr überrascht, wie gut es mir dabei ging! Vor kurzem entschloss ich mich daher dazu, bei der Eddy-Merckx-Classic am 23.9. zu starten – im Team »Hotel Gmachl« meines Freundes Franz – mal sehen wie das wird ... ... wurde leider doch nichts – Bronchitis! So kann ich nun doch beide Vorsätze für 2007 einhalten und freue mich umso mehr auf mein erstes Rennen im kommenden Jahr. Für 2008 habe ich noch einmal ein großes (= langes) Rennen »im Hinterkopf«. Ich plane aber eigentlich kein richtiges Comeback, sondern mehr einen runder Abschluss für meine Karriere als Extremradsportler. Ich habe noch nicht fixiert, welches bzw. welche Rennen ich 2008 bestreiten werde, doch eines ist sicher: Ich werde körperlich und seelisch sehr gut vorbereitet am Start stehen ... ;-). |